Holzmedien und Romantik

Ich habe heute seit längerer Zeit mal wieder ein klassisches Medium zur Hand genommen: ein Magazin!

Total entspannt mit einer Tasse Kaffee wollte ich mich in aufwendig recherchierte Stories vertiefen, für die die Printmedien von Printmenschen ja immer wieder hervorgehoben werden.

Doch statt in dem Heft zu versinken, ähnelte die Lektüre eher einem Kampf mit einem Pottwal.

Ich mein, dass Zeitschriften von Werbung verseucht sind und, dass man vor Beginn der Lektüre erstmal einen halben Hektar Regenwald in Form von Inlays entfernen muss, bis das Druckwerk nur noch die gefühlte Hälfte der Originaldicke hat, kannte ich bereits aus den 90ern als ich mit meine ersten Zeitschriften kaufte.

Die Zeitschriftenmacher heutzutage gehen aber noch einen Schritt weiter. Die Werbebroschüren werden immer noch auf plastikmastik-klarlack Papier gedruckt, nur kann man sie heute nicht mehr so einfach entfernen: sie sind fest eingebunden! Mit dem Resultat, dass man beim Blättern mit dem Daumen immer an den Stellen stehenbleibt, wegen denen man sich die Zeitschrift sicherlich nicht gekauft hat: der Verbraucherinformation!

Gut, dann lese ich die Zeitschrift von vorne bis hinten, bis mich nichts mehr interessiert und fertig, dachte ich mir und hievte den Stapel der nicht fest verankerten Broschüren beiseite. An einigen dieser Postkärtchen, die vorher mit Plastikbommeln befestigt waren, hingen noch Reste von investigativem Journalismus in Form von Papierfetzen, ich trennte mich auch davon.

Nach diesem Vorspiel konnte ich endlich lesen. Und es war ganz okay. Tote Wälder laden zum verweilen ein. Die in Hülle und Fülle abgedruckten Hyperlinks geben keinen Mucks von sich wenn ich mit dem Zeigefinger drauf tippe, der Klick auf Facebook, reddit und Real-Time-Nachrichten sind weit, weit weg. Und zwischen Werbung für Herrenuhren und Fernabikursen gibt es hin und wieder echt gute Geschichten mit grenzdebilen Bildunterschriften.

Etwa zur Mitte des Heftes kam dann aber dieses eklige, fiese, ins Heft gekettete Werbeinlay of Death. Danach war Lesen kein Spaß mehr. Plötzlich konnte ich nicht so einfach freihändig lesen, geschweige denn eine Hand zum Kaffeetrinken benutzen, denn wenn ich es tat, klappte sich die Zeitschrift immer wieder von alleine zu! Auch die inneren Spalten in der Heftmitte waren dadurch, dass Content und Werbung so fest miteinander verzurrt waren, nur schwer zu entziffern.

Plötzlich war die ganze Printromantik verflogen. Ich legte das Heft erstmal beiseite, öffnete 5 Tabs in meinem Browser und nahm einen tiefen Schluck Kaffee.

 

 

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Alles verboten?!

Marteria aka Marsimoto hat vor kurzem sein neues Album “Zum Glück in die Zukunft” released. Ich hab es noch nicht gehört, soll aber gut sein.

Immerhin habe ich dieses tolle (Promo)-Video gefunden: Zusammen mit dem Rapper Casper erklärt der Wahlberliner, was heutzutage alles “verboten” ist. Vorallem Caspers Strophe auf RATM’s “Killing in the Name of” passt irgendwie wie Arsch auf Eimer. Mehr davon, bitte.

hier geht’s zum Video bei tape.tv

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Mit den Gedanken spielen: Teletron

Robert Schneider von den Apples hat mal ein wirklich innovatives “Musikinstrument” gebastelt. Beim sogenannten Teletron werden keine Tasten gedrückt oder Seiten gezupft, stattdessen kontrolliert der Musiker die Tonhöhe über die Intensität seiner Gedanken.

Als “Gedankenmessgerät” dient Schneider ein Mindflex-Spiel von Mattel. Dieses hat er über eine Spannungsregelung mit dem Pitch eines Moog MG1-Synthesizers verbunden. Das Ergebnis lässt zwar noch keine komplexen Melodiefolgen oder gar virtuose Freestyle-Soli aus dem Kopf zu, dennoch funktionieren die Tonhöhenveränderungen schonmal relativ gut.

Ob man aus dem Mattel-Spielzeug tatsächlich einen Controller basteln kann, der hörbare Klänge erzeugt, ist allerdings fraglich. Die Übersetzung von Melodien im Kopf auf ein Musikinstrument in Echtzeit mag zwar die coolste Anwendungsmöglichkeit für das Gerät sein, die Kontrolle andererer Parameter, zum Beispiel von Effektgeräten, erscheint mir jedoch erstmal realistischer.

Hier das Video:

via endgagdet.com

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Selbstmanagement: Yo, check den workflow!

kanban

Das Semester neigt sich langsam dem Ende zu und eine faule Socke wie mich trifft’s natürlich besonders hart. Ein Hardcore-Prokrastinierer wie meinereiner nutzt natürlich
nicht das ganze Semester, um sich um wichtige Dinge wie Prüfungsleistungen etc. zu kümmern und schiebt alles auf die letzten zwei bis vier Wochen.

Nun, hab ich mal wieder den Salat: Ein Haufen Arbeit, schönes Wetter und dann auch noch WM. Um den Überblick zu behalten, habe ich mir ein so genanntes Kanban erstellt (inspiriert von diesem karrierebibel-Artikel).

Dabei handelt es sich um so etwas wie eine Abwandlung der klassischen To-Do-Liste und kommt aus Japan. Der Unterschied ist hierbei, dass nicht wie bei einer To-Do-Liste Aufgaben chronologisch abgearbeitet werden, sondern erstmal festgelegte Phasen durchlaufen, bevor sie im Feld “Erledigt” abgelegt werden. In meinem Fall ist das Kanban nicht sehr komplex (die einzige Zwischenphase ist bei mir “Bearbeitung), aber es hilft mir den Überblick zu bewahren. Und auch wenn es so aussieht, als würde das Kanban auf Grund der hohen Anzahl unbearbeiteter Aufgaben gleich nach links kippen, mir hat es schon geholfen!

So sagt mir das Kanban gerade, dass ich dringend noch zwei bis drei Seiten meiner Hausarbeit schreiben sollte. Schließlich will ich pünktlich zum Eröffnungsspiel um 16 Uhr ein wohlverdientes kühles Blondes zischen.

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Geht doch! Guter Serienstoff aus Deutschland

Normalerweise bin ich kein großer Fan deutscher Fernsehproduktionen. Oft sind sie vorhersehbar, mit Klischees überladen oder einfach nur langweilig. Die Amerikaner sind mit ihrer breitgefächerten Pay-TV Landschaft besser bestückt und dort trauen sich die “Networks” auch mal ausgetrampelte Pfade zu verlassen.

Doch Im Angesicht des Verbrechens ist endlich mal eine gelungene Serie aus deutschen Landen. Die Serie wurde vom ARD produziert und lief diesen Monat auf Arte. Im Oktober soll sie nochmal im ARD ausgestrahlt werden (Ich bin mal gespannt zu welcher Sendezeit, vermutlich Mittwochs um 23.15 oder so). Regie führte Dominik Graf (“Hotte im Paradies”), der anlässlich der Premiere von “Im Angesicht des Verbrechens” ein lesenswertes SpON-Interview gab.

Nun, worum geht’s in der Serie? In Kurzform: Sie spielt im Berlin der Gegenwart und beschreibt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Polizei und der organisierten Kriminalität, in diesem Fall der russischen Mafia. Es geht um Einbrüche im großen Stil, Korruption, illegale Prostitution, realistische (?) Polizeiarbeit und um die vielen kleinen Schicksale der zahlreichen Akteure. Die Episoden sind nicht in sich geschlossen (es wird nicht jede Folge ein einzelner Fall abgearbeitet), sondern sind durch einen starken roten Faden miteinander verbunden.

Trailer

Aber genug der Lobhudelei. Schaut euch die Serie am besten selbst an, wenn ihr Fans von klug gemachten, anspruchsvollen Serienstoffs seid. Ich jedenfalls war nach einer Folge bereits angezeckt und hab gleich drei Episoden hintereinander geschaut und bin gespannt wie es weitergeht.

“Im Angesicht des Verbrechens” könnt ihr euch “kostenlos” in der ARTE-Mediathek anschauen.

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ROFLCon: 15 MB of Fame

Eine nette Doku über die ROFLCon in San Francisco, wo sich alle zwei Jahre Fans und Erfinder viraler Internet-Phänomene (Meme) treffen. Zu sehen sind u.a. Lolcats, Three Wolves, das zugedröhnte Kind nach der Zahn-OP und viel mehr.

Roflcon

Zur Doku bei Motherboard TV

via nerdcore

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Werbung früher

Werben war früher so einfach.

Damals als eine geniale Catchphrase à la “Auch Rauchen will gelernt sein” noch zog und eine Schachtl für sagenhafte 4,30 DM (2,20 Euro) über die Ladentheke wanderte.

PS: Wieviele Zigarettenschachteln hat die Alte denn bitte im Schrank?

PS²: Dieser Blogeintrag soll keine Werbung für’s Rauchen sein. Bei dem Werbeclip handelt es sich um ein Zeitdokument der grauen 80er als Tabakwerbung im Fernsehen noch erlaubt war. Rauchen ist nachwievor schädlich für sie und ihre Mitmenschen.

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